Sandböhl 8 bzw. 14 / Ecke Kirchstraße

Historische Fotogalerie Familie Emil Marx

Historische Fotogalerie Familie Albert Kaufmann

Stolpersteinverlegung am 27.8.2013

Familie Marx und Kaufmann im Stolpersteine-Guide

"Lieber Martin" Briefwechsel der Marx-Familie mit Sohn Martin

Fotos der Marx-Familie aus den Groß-Gerauer Jahren:
Martin Marx und Familie
Fotoalbum 1
Fotoalbum 2

Hier wohnte   Alter im
Jahr 1933
Schicksal Bemerkungen
Michael (Emil) Marx
geb. 5.1.1873
60

Dez. 1938 Wegzug nach Frankfurt/M, Fürstenberger Str. 167;

am 1.9.1942 deportiert nach Theresienstadt; ermordet

Kaufmann; Frucht- und Mehlhandlung;
Bruder von Salomon Marx (Frankfurter Str. 22);
Grabinschrift auf jüd. Friedhof B5/37
Von Emil Marx gibt es Fotos in der Groß-Gerauer Synagoge um das Jahr 1935.

Emilie Marx
geb. Kramer
geb. 21.12.1881
  gest. 10.8.1924

Ehefrau von Emil;
Grab auf dem jüdischen Friedhof B5/37

Die beiden Schwestern von Emilie heiraten die Brüder Isidor und Josef Koppel aus Bretten. Von dort gibt es ein Familienfoto.

Hedwig Marx
geb. 21.8.1909

24

Dez. 1938 Wegzug nach Frankfurt/M, Fürstenberger Str. 167;

am 1.9.1942 deportiert nach Theresienstadt; ermordet

Tochter von Emil und Emilie
Grabinschrift auf jüd. Friedhof B5/37
Martin Marx
geb. 15.11.1911
gest. 1977
22 am 13.7.1936
Flucht in die USA

1945 wird in Chicago sein 2. Sohn geboren:

Sohn von Emil und Emilie; Kaufmann; Martin legt für seine Eltern bei Yad Vaschem ein Gedenkblatt an und es sind Briefe des jungen Martin erhalten.

Johanna Kossmann
geb. Mayer
geb. 29.12.1874
59

Dez. 1938 Wegzug nach Frankfurt/M, Fürstenberger Str. 167;

am 1.9.1942 deportiert als "Nr. 265" auf der Deportationsliste nach Theresienstadt; ermordet 15.11.1942

(christliche?) Haushälterin von Emil und Emilie

"Todesfallanzeige" vom Ghetto Theresienstadt

Albert Kaufmann
geb. 26.12.1884
49

War nach dem November-Pogrom 1938 zwei Monate im KZ Buchenwald.

Mitte 1939 Umzug nach Frankfurt/M. Von dort am 11.6.1942 oder 1941 nach Polen an einen unbekannten Ort deportiert und dort ermordet. Die Angabe „Gaskammer Auschwitz“ und das Geburtsjahr auf dem Gedenkblatt in Yad Vaschem konnte nicht bestätigt werden. Das Gedenkblatt wurde von Alberts Bruder Adolf angelegt.

Mitte 1934 mit Familie zugezogen aus Geinsheim zunächst zur Miete bei Bäcker Klink in der Frankfurter Str. am Bahnübergang

1938 Umzug ins Haus
Am Sandböhl 8; 2. Vorsteher der jüd. Gem.

Hedwig Kaufman
geb. Mai
geb. 1896
37

Mitte 1939 Umzug nach Frankfurt/M. Von dort am 11.6.1942 nach Polen ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet. Die Angabe „Gaskammer Auschwitz“ und das Geburtsjahr auf dem Gedenkblatt in Yad Vaschem konnte nicht bestätigt werden. Das Gedenkblatt wurde von Alberts Bruder Adolf angelegt.

Ehefrau von Albert;

Externer Link auf HADIS zur Heiratsurkunde Kaufmann 1920 mit Eintragung der Namen Israel und Sara 1939

Die beiden Söhne von Kaufmanns, Erwin und Manfred, haben nicht mehr Am Sandböhl gewohnt, denn sie sind bereits vorher ausgewandert:
Manfred Kaufmann
geb. 16.9.1921
12 Flucht am 10.5.1937 mit der Jugendalijah nach Palästina; er nennt sich dort Menachem Sohn von Albert und Hedwig; besuchte 1934 kurze Zeit die Schule in GG, danach die jüd. Bezirksschule in Mainz
Von Menachem Kaufmann erschien ein Aufsatz über "Die Jüdische Gemeinde in Groß-Gerau 1236-1940"
und über "Jüdische Kindheit in Geinsheim 1921-1937" in Vorndran/Ziegler "Juden in Groß-Gerau" 2. Aufl. 1989
Erwin Kaufmann
geb.11.1.1925
gest. 14.7.2010
8 Flucht 1938 im Rahmen eines Kinderauswanderungsprojekts in die USA; er nennt sich dort Irving Sohn von Albert und Hedwig; besuchte 1934 kurze Zeit die Schule in GG, danach die jüd. Bezirksschule in Mainz

Recherchen ergaben folgende Informationen über die Menschen und die Häuser, in denen sie wohnten:

Es ist mehrfach zu beobachten, dass Geschwistern oder Vetter gleichen Nachnamens ein jeweils sehr unterschiedliches Schicksal zu Teil wurde. So in der Familie Marxsohn, in der Familie Oppenheimer, in der Familie Kahn und so auch in der Familie Marx: Salomon und seinen Angehörigen gelang nämlich die Flucht, während der Bruder Michael Marx, genannt Emil, in den Tod getrieben wurde. Zeitzeugen erinnern sich daran, dass schon in den Tagen des reichsweiten Pogroms 1938 jener Emil besonders sadistischen Peinigern ausgesetzt war: Sein kahler Schädel wurde mit einem stacheligen Kaktus traktiert. Das mit Schindeln verkleidete Haus war schon früher mit der antisemitischen Hetzparole „Juda verrecke“ beschmiert worden.

In den Entschädigungsakten heißt er Michel, in der Deportationsliste Emil, am 5. Januar (oder Juli oder August) 1873 in Groß-Gerau geboren, verheiratet mit Emilie Marx, geb. Kramer, Vater von Tochter Hedwig, geb. am 21. 8. 1909 und Sohn Martin, der 1911 in Frankfurt zur Welt gekommen war. Martin allein gelingt die Flucht ins amerikanische Exil.

Die Familie ist alteingesessen, wie die Eintragung der Frucht- und Mehlhandlung im Adressbuch von 1911 vermuten lässt. Die Eltern von Emil sind Marx Marx und Hannchen, geb. Feitler im Sandböhl 14 oder der Kirchstraße 9. Michael Marx ist Mitinhaber des Getreide- und Futtermittelgeschäfts „Marx Marx“. Der andere Teilhaber ist Salomon Marx mit Sitz in der Frankfurter Straße. Das Unternehmen wird 1937 liquidiert. Dazu gehören auch die Liegenschaften am Sandböhl und im Riesengässchen, die 1940 zwangsweise verkauft werden müssen. Michael wird wie andere vermögende Juden auch zur Leistung einer Judenvermögensabgabe von 16.652,25 RM und einer DEGO-Abgabe von 9.506 RM gezwungen. Seine Konten werden gesperrt und kleine Summen sind lediglich auf Antrag von Fall zu Fall zur Bestreitung des Lebensunterhalts nach Genehmigung verfügbar. Die Judenvermögensabgabe der Tochter Hedwig beträgt 6500 RM.

Letzte Zuflucht vor der Deportation findet Michael Marx seit dem 12. 12. 1938 zusammen mit der Tochter Hedwig und der Haushälterin Johanna Kossman, geb. Mayer aus Herrnsheimin, in der Fürstenbergerstraße 167 in Frankfurt. Von dort werden alle drei am 1. 9. 1942 bei der achten großen Deportation aus Frankfurt in das Durchgangs- und Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt, wo sie alle kurz danach wahrscheinlich ums Leben kommen. Eine Erinnerungstafel auf dem jüdischen Friedhof Groß-Gerau Grab B 5/37 trägt die Aufschrift „+ 1942 Auschwitz“. Diese Inschrift für seinen Vater und seine Schwester hat der überlebende Martin Marx anlässlich eines Besuches am Grabe seiner Mutter auf dem jüdischen Friedhof in Gross-Gerau anbringen lassen.

Das Leben der Ehefrau Emilie, geb. Kramer, die 1881 in Groß-Gerau geboren ist, endet bereits 1924 nach einem tödlichen Autounfall. Das rechte Foto von 1930 ihres Grabes befand sich wahrscheinlich auf dem Friedhof an der Friedrich-Ebert-Anlage, der 1935/36 von den Nazis aufgelöst wurde.

Was wurde aus dem Eigentum der Familie Marx Marx?

Im Grundbuch Groß-Gerau (Band X Blatt 749) lautend auf Michael Marx, genannt Emil, gehen die Eintragungen bis auf die Zeit seiner Anlegung im großherzoglichen Amtsgericht 1907 zurück. Am 9. 6. 1920 ist die Auflassung zum Erwerb eines Ackers durch Emil Marx von E. Th. Käss zu lesen. Letzterer weist sich mit einer französischen Identitätskarte der Besatzungsmacht aus – ein Detail von allgemein historischem Interesse aus der Besatzungszeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Am 28. 11. 1928 überlässt Jakob Marx Groß-Gerau, August-Bebel-Straße 9, ein Grundstück an Michael Marx. In diesem Zusammenhang weist eine Heiratsurkunde darauf hin, dass Jakob Marx mit Sophie, geb. Mai, seit dem 22. 2. 1912 verheiratet ist. Jakob Marx (1883-1942) ist der Sohn aus der zweiten Ehe von Max Marx mit  Amalie Malke Fuchs und also ein Halbbruder von Salomon und Emil Marx. Er starb 1942 in der Shoah.

Die Walzmühle Ludwigshafen, ein Geschäftspartner des Unternehmens der beiden Marx-Brüder, fragt am 20. 5. 1931 an, wie die Liegenschaften von Salomon Marx belastet sind. Das reichsweite Flurbereinigungsverfahren mit Vollzug seit 10. 5. 1937 bezieht sich am 19. 8. 1939 auf zwei Grundstücke. Am 29. 8. 1941 wird das Grundbuch geschlossen; das letzte Aktenstück datiert vom 20. 7. 1942.

Die Fortsetzung findet in Band 87, Blatt 4256 Grundbuch Groß-Gerau statt und beginnt chronologisch mit einer Eintragung über die Nachbesitzer. Es handelt sich um das Ehepaar Karl Burkert, Frankfurter Str. 24, das am 31. 1. 1940 die Hofreite in der „Kirchstraße, Wohnhaus in der Sandböhlstraße 14“ von Michael „Israel“, genannt Emil Marx, jetzt Fürstenbergerstraße 167 Frankfurt a. M. zum Preis von 15.000 RM erwirbt. „Der Verkäufer ist Jude“. Der Einheitswert beläuft sich auf 10.500 RM. Der Landrat genehmigt den Verkauf am 10. 6. 1940 gemäß Art. II §8 der Verordnung über den „Einsatz Jüdischen Vermögens“ vom 3. 12. 1938. Der Kaufpreis des in der Kanzlei Höfle abgewickelten Vertrags wird von der Oberfinanzdirektion auf 7527 RM herabgesetzt, der Betrag auf einem Devisenbankkonto storniert. Das heißt, jede Verfügung setzt die Zusage der Devisenstelle voraus. Die Beschwerde des Verkäufers Michael Marx vom 10. 7. 1940 über die Herabsetzung des Kaufpreises wird letztentscheidend zurückgewiesen. Das Grundbuch berichtet über Grundschuldlöschung- und Neubestellung.

Am 18. 11. 1950 wird ein Rückerstattungsantrag seitens Martin Marx Chicago Illinois, Erbe nach Emil Marx, bestätigt. Diesem folgt die Vermögenssperre gegen die Eheleute Karl Burkert und seine Ehefrau Emilie, geb. Stude, seitens des Amtes für Vermögenskontrolle und Wiedergutmachung in Darmstadt. Es geht mit Recht von der Vermutung, dass der Kaufvertrag vom 31. 1. 1940 nicht freiwillig zustande kam.

Bereits am 29. 10. 1951 wird die Vermögenssperre gegen die Eheleute Burkert aufgehoben. Einzelheiten über das in solchem Fall übliche Vergleichsverfahren zwischen Martin Marx und Bevollmächtigtem und den Eheleuten Burkert sind hier nicht belegt. Am 10. 9. 1952 wird das Verfahren als erledigt gemeldet. Am 30. 8. 1967 verkauft die Witwe Emilie Burkert als Erbin nach Karl Burkert, das Grundstück und Haus an die Eheleute Helmut und Dorothea Gräff, die den Sandböhl 8 zum bekannten Reformhaus umbauen.

Ein weiterer Kaufvertrag berührt das Riesengässchen, gleich um die Ecke des Sandböhl 8: Am 8. 10. 1940 verkauft der von Michael „Israel“ Marx, jetzt in Frankfurt a. M. Fürstenbergerstraße 167 bevollmächtigte Emil Elias Blum, Darmstadt, Georgenstraße 10, für 2000 RM die Hofreite in der Kirchstraße (I, 110, 300 qm), das ist eine Lagerhalle im Riesengässchen an Otto Faulstroh. „Verkäufer ist Jude“ – der vertragliche Hinweis auf die VO über den Einsatz jüdischen Vermögens. Die Vollmacht auf Blum wurde am 6. 10. 1940 durch Michael Marx (Kennkarte Nr. A 08169, Frankfurt) erteilt. Der Landrat genehmigt den Verkauf, allerdings wird der Kaufpreis auf 1430 RM herabgesetzt und auf ein Sperrkonto bei einer Devisenbank überwiesen. Die Verhandldung findet am 4. 8. 1941 im Notariat Höfle statt. Die vom Amt für Vermögenskontrolle und Wiedergutmachung  in Darmstadt 1948 verhängte Vermögenssperre auf das Riesengässchen und die August-Bebelstraße 17 gegen Otto und Albert Faulstroh in der August-Bebel-Straße 24/26 bleibt ausdrücklich bestehen (Bd. X Bl. 749, Fl. I Nr. 110 und Bd. VI, Bl. 443, Fl. I Nr. 407). Am 18. 11. 1950 wird Martin Marx, Chicago, als Nacherbe für Rückerstattungsansprüche der Kirchstraße 17, Lagerhalle, Riesengässchen, 300 qm, erwähnt: Grundbuchauszüge ab dem 30. 1. 1933 werden angefordert. Es ist anzunehmen, dass ein landgerichtlicher Vergleich stattfindet, der die Besitzverhältnisse nicht anrührt.

Wer lebte mit Emil Marx im Haushalt? Die Familie Marx unterhielt enge Beziehungen zur Familie Koppel in Bretten bei Karlsruhe: Waren doch die beiden Schwestern von Emilie = Emmy Marx, geb. Kramer,  Clementine und Johanna  mit den beiden Brüdern Isidor und Joseph Koppel aus Bretten verheiratet.  Familienfotos zeugen von fröhlichen Begegnungen aus einer fernen Vergangenheit.

Emil Marx nahm seinen Dienst in der Synagoge wahr, wie mehrere Fotos bezeugen. Ob die Familie mehr dem orthodoxen oder liberalen Judentum anhing, kann nicht beurteilt werden.

Wer fand zeitweise Zuflucht im Sandböhl 14?

Da ist zuerst Johanna Kossmann zu nennen, geb. Mayer in Herrnsheim am 29. 12. 1874, Witwe, die den Haushalt von Emil Marx nach dem frühen Tode seiner Frau als Haushälterin führt. Sie wird zusammen mit dem Hausherrn und seiner Tochter am 1. 9. 1942 von Frankfurt aus nach Theresienstadt deportiert und findet dort den Tod am 15. 11. 1942.

Ferner leben dort zeitweise die Eheleute Albert und Hedwig Kaufmann, geb. Mai aus Geinsheim, nachdem sie ihr Haus dort 1936 an Phililpp Kunz IV. verkauft hatten Albert ist 1884 in Bisses, Hedwig in Geinsheim 1896 geboren. Beide werden von Frankfurt, Grüne Straße III im November 1941 oder am 11. 6. 1942 nach Polen deportiert. Nach einem Dokument des Bundesarchivs Hedwig ins Vernichtungslager Sobibor und Albert an einen unbekannten Ort. Zum Kriegsende am 8. 5. 1945 werden sie für tot erklärt. Sie haben zwei Söhne, von denen der eine nach USA, der andere, Manfred (Menachem) Kaufmann, nach Jerusalem emigriert. Erwin nannte sich in den USA Irving, Manfred nannte sich in Israel Menachem. Menachem besuchte in den 80er Jahren die alte Heimat und teilte seine Forschungen über das Landjudentum in Hessen mit.

Die Familie Kaufmann floh mit vier Personen schon 1934 aus Geinsheim  zuerst nach Gross-Gerau: Albert Kaufmann, 1884 in Oberhessen geboren, verheiratet mit Hedwig, geb. May 1896 in Geinsheim und die beiden Söhne Manfred und Erwin, geb. 1921 und 1925.

Alle kamen zunächst bei Bäcker Klink in der Frankfurter Straße unter, die Eltern dann nach der Flucht der Söhne 1938 bei Emil Marx am Sandböhl und schließlich in Frankfurt, von wo sie in den Osten deportiert wurden. Beide Eltern kamen in der Shoa 1942 um.

Der älteste Sohn  Manfred erinnert sich an seine Kindheit nach der Vertreibung aus Geinsheim nach Gross-Gerau so: „Mein Vater konnte die Familie nicht mehr ernähren. Schließlich kam die erlösende Nachricht. Am 10. 5. 1937 verließ ich (15 Jahre alt) den Frankfurter Hauptbahnhof auf dem Weg nach Triest. An diesem Tag sah ich meine Eltern zum letzten Mal. Ich hörte Mussolini in Triest, in einer Volksversammlung sprechen. Mit dem italienischen Schiff „Galiläa“ kamen wir am 17. 5. 1937 in Haifa an. Für mich war mein Leben als Deutscher beendet. Aber die deutsche Kultur war nicht vergessen.....“

Beide Söhne, als Jugendliche, durch ihre Flucht und die Deportation und Ermordung ihrer Eltern früh zu Vollwaisen geworden, brachten es in ihrer neuen Heimat zu akademischen Ehren: Manfred arbeitete nach seiner Flucht in einer Jugendalliah nach längerer Eingewöhnungszeit im Kibbuz Givat Zaid (1940-1950), diente dann in der israelischen Armee als Oberleutnant (1952-1969) und lehrte und forschte dann am Institute of Contemporary Jewry der Hebrew University of Jerusalem als Administrative Director (1969-1988), danach als Senior Scholar. Er hinterließ eine stattliche Publikationsliste. Unter seinen Arbeiten befindet sich auch die englische Bearbeitung über das Landjudentum in Hessen, die yad vashem im Internet bereit hält.

Erwin, später Irving Kaufmann, konnte mit einer Kinderauswanderungsgruppe die USA erreichen und wurde zunächst Ingenieur: „Dr. Irving Kaufman, Tempe, Arizona. Age: 85 Died on July 14, 2010. Irving Kaufman was a long distance traveler, whether it was to live his dream of running the marathon in Greece at the age of 54, or to escape Nazi Germany as a child of 13 to become a respected professor of Electrical Engineering at Arizona State University. Dr. Kaufman died on the morning of July 14 in the Health Care Center at Friendship Village in Tempe after a long illness. He and his wife Ruby Kaufman moved to Friendship Village twelve years ago. Previously, they had lived for 33 years on Loma Vista Drive in Tempe. Dr. Kaufman was born in Geinsheim, Germany, on January 11, 1925. His parents Albert and Hedwig Kaufmann sent him in 1938 to live with an aunt and uncle in Nashville, Tennessee, before perishing in the Holocaust. A year earlier, they had sent his older brother Menachem to Israel. The two brothers stayed in close touch.....“ so beginnt sein Obituary.... „Kaufman graduated with a Ph.D. in Electrical Engineering in 1957 and moved his growing family to Los Angeles, where he worked in the burgeoning space industry for Ramo-Wooldridge and Space Technology“....Er wurde durch mehrere Fulbright Scholarhips ausgzeichnet und lebte lange Zeit mit seiner Familie in Florenz.

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Quelle: ITS Archiv Arolsen

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